Dorothee Auwärter

01. März 2015


 „We are family“: Dorothee Auwärter wird bei Kuhn Rikon Verwaltungsratspräsidentin - Seit vier Generationen Familienunternehmen

Dampfgaren mit dem Durotherm, Warmhalten mit dem Hotpan, Schneiden mit den farbenfrohen Colori® Rüstmessern – die Produkte des Traditions-Unternehmens Kuhn Rikon sind in Küchen weltweit zuhause. Das Unternehmen aus Rikon ist bis heute familiengeführt, ein Grossteil der Töpfe und Pfannen wird im Tösstal produziert. In diesem Jahr wird mit Dorothee Auwärter die erste Frau Verwaltungsratspräsidentin. Zusammen mit ihrem ältesten Bruder und den beiden Cousins ist damit die vierte Generation der Familien Kuhn und Auwärter am Ruder. Die 35jährige Rechtsanwältin Dorothee Auwärter erzählt über Kindheitserinnerungen wie Rollschuhlaufen in Fabrikhallen, Lieblingsprodukte und ihre Ziele für das weltweit tätige Unternehmen.

INTERVIEW
  • Natürlich haben Sie einen Traumjob, aber hätten Sie sich auch einen anderen Beruf vorstellen können?
    Bei der Matur hatte ich die Qual der Wahl. Lange habe ich noch mit einem naturwissenschaftlichen Studium wie Biochemie geliebäugelt. Glücklicherweise haben mich meine Eltern in keine Richtung gedrängt, auch nicht im Hinblick auf ein mögliches späteres Engagement im Unternehmen. Die Wahl des Rechtsstudiums habe ich keinen Moment bereut. Heute schätze ich meinen abwechslungsreichen Alltag zwischen Anwaltskanzlei, Pfannenfabrik und zuhause. Jeden Bereich mache ich gern und möchte die Vielfalt nicht missen.
  • Als Verwaltungsratspräsidentin von Kuhn Rikon haben Sie ja den Vorteil, einer Unternehmung vorzustehen, die Sie auch im Alltag begleitet und das von Kindheit an. Was ist Ihre erste bewusste Erinnerung an das Unternehmen Kuhn Rikon?
    Kuhn Rikon, die Unternehmenserfolge und die Schwierigkeiten, die unweigerlich auch dazu gehören, sind Teil meines Lebens, seit ich denken kann. Mehr als einzelne Erlebnisse ist der Geruch von der Produktion im Fabrikgebäude eine Art Heimat. Vor Weihnachten durften wir immer zu unserem Vater ins Büro, die Kalenderbilder für unsere Mutter zeichnen. Da gibt es diesen langen Gang, wo wir Kinder hin und her rannten und uns die Finger an den Tapeten wund rieben. Bei Regenwetter durften wir manchmal in leerstehenden Fabrikteilen Rollschuhfahren. Rund um die Kisten mit Rohmaterial liess sich ausserdem wunderbar Verstecken spielen. Früh durften wir auch mit anpacken. Immer wieder gab es Retouren zum Auspacken oder Produktesets zum Assortieren.
  • Haben Sie ein Lieblingsprodukt von Kuhn Rikon?
    Natürlich viele. Wenn ich eines nennen muss, dann wohl den Hotpan. Er verbindet die grossen Stärken von Kuhn Rikon: Tolles Design mit absoluter Funktionalität. Er ermöglicht Dampfgaren, energiesparendes Kochen und Warmhalten...
  • Gibt es ein Produkt, das Sie seit Ihrer Kindheit begleitet?
    Ja, einige. Der Duromatic zum Beispiel. Oder der Durotherm, der grosse Bräter und der Büchsenöffner.
  • Welches Produkt verwenden Sie täglich?
    Sicher das Brotmesser. Dann auch die verschiedenen Colori-Messer und fast täglich auch den Duromatic und den Hotpan.
    Welches Produkt erleichtert Ihren Alltag?
    Sicher der Duromatic, der Durotherm oder der Hotpan - wenn jemand später kommt.
  • Was würden Sie gerne ins Sortiment aufnehmen?
    Unser heutiges Sortiment ist breit. Es kommt mir gerade kein Produkt in den Sinn, das mir richtig fehlt. Wichtig ist, dass jedes neue Produkt unseren hohen Ansprüchen an Qualität, Funktionalität und Design genügt.

  • Seit diesem Jahr sind Sie Verwaltungsratspräsidentin. Wie erlebten Sie den Generationenwechsel?
    Die bei uns reglementarisch verankerte Alterslimite für Verwaltungsräte (70 Jahre) erscheint mir sinnvoll. Sie zwingt die aktive Generation, frühzeitig die Nachfolge zu thematisieren und zu regeln. Gleichzeitig sind die scheidenden Kräfte in der Regel noch fit genug, um den Nachfolgern in der Startphase – falls gewünscht und erforderlich – mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Mein Vater macht das super. Ich merke natürlich, dass ihm das Loslassen nicht immer leicht fällt, und verstehe das. Schliesslich hat er während 30 Jahren sehr viel Herzblut in Kuhn Rikon gesteckt. Trotzdem nimmt er sich total zurück und drängt sich nie auf. Seinen Rat und seine Meinung kann ich mir jederzeit holen.
  • Ein Unternehmen in der vierten Generation zu führen, bringt ja auch hohe Erwartungen mit sich. Steht die neue Aufgabe manchmal auch wie ein Berg vor Ihnen?
    Ich habe Respekt vor der neuen Aufgabe, aber keine Angst. Ich habe mich darauf vorbereitet und nun freue ich mich, diese Funktion übernehmen zu dürfen. Ausserdem bin ich nicht allein. Im VR sind wir ein eingespieltes Team. Mit zwei Cousins und meinem ältesten Bruder habe ich vertraute und ebenfalls junge Unterstützung aus der Familie. Dazu kommen zwei, ab nächstem Jahr voraussichtlich wieder drei, erfahrene familienexterne VR-Mitglieder. Diese Aussensicht und das zusätzliche Know how ist unerlässlich. Kuhn Rikon verfügt ausserdem über eine ausgezeichnete Geschäftsleitung mit viel Herzblut und Elan. Schliesslich kann ich im familiären Umfeld auf viel Verständnis und Unterstützung zählen.
  • Spielt das Geschlecht eine Rolle?
    Nein. Noch bei der Generation meiner Mutter kamen die Mädchen für eine führende Aufgabe im Unternehmen nicht in Frage. Bei meiner Wahl zur Verwaltungsratspräsidentin war das Geschlecht nie ein Thema.
  • Aus Ihren Antworten hört man die Lust auf die neue Aufgabe heraus. Was sind Ihre Pläne und Visionen für Kuhn Rikon?
    Wir möchten ein erfolgreiches unabhängiges Familienunternehmen bleiben, das weltweit tätig ist und für seine eigenständigen und in Design/Qualität/Funktionalität hochwertigen Produkte rund ums Kochen bekannt ist. Es gibt viele Küchen, die noch nicht mit unseren Produkten ausgestattet sind.
 

 


Dorothee Auwärter
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